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geht’s morgen… Die grössten Wasserfälle der Welt, die Cataratas del Iguazú, warten. Sie liegen in dem Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay und werden daher mein Tor zu weiteren Ausflügen bzw. Weiterfahrten in Brasilien sein. Auf dieses Highlight meines Aufenthalts hier in Südamerika habe ich mich schon über 4 Wochen gefreut! Ich bin also gespannt…

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und ich mit dabei! Ja, das war gestern ein Fest! Im Rückspiel des Viertelfinals der Copa -Toyota- Libertadores traf der heimische Underdog Libertad auf das grosse Boca aus Buenos Aires vom verhassten argentinischen Nachbarn. Jenes Boca, das mit Riquelme, Martin Palermo und Palacio herausragende Offensivqualität besitzt und dessen grosser Sohn Diego „El diez“ Maradona ist. Im Hinspiel erkämpfte sich Libertad ein 1:1 auswärts in der Bombonera und so durften sie weiter auf den grossen Coup hoffen. Das Rückspiel wurde extra ins Nationalstadion Paraguays „Estadio Defensores del Chaco“ verlegt, damit auch 35.000 Zuschauer live dabei sein können, und die kamen dann auch. Dabei wundere ich mich, warum man das Stadion so nennen konnte, ist mir doch nicht klar, weshalb überhaupt jemand den Chaco erobern wollte, jene unwirtliche Gegend, die aus sumpfigen Grasland und tropischen Klima besteht. Sei’s drum. Wir kauften die billigsten Karten für den „Fanblock“, die kaum 3 Euro kosteten und machten uns etwa 1,5 h vor Spielbeginn auf den Weg. Am Stadion angekommen, war schon der Teufel los, überall stieg Rauch auf, Schwarzmarkthändler vertickten noch Karten und Essbares wurde feilgeboten. Die Kroenung waren aber Polizisten, die mit Pumpguns patrollierten. Wir liefen zu unserem Eingang, wo sich schon eine lange Schlange gebildet hatte und stellten uns sehr zurückhaltend an. Dabei bin ich als Fussball-Veteran natürlich erfahrener als meine Begleitung und so war ich nach geraumer Zeit, aber trotzdem schneller als die anderen und massiven Gedrängele an der ersten Ordner-Barriere vorbei. Bei der zweiten wurden dann die Karten kontrolliert und so war ich drin. Puh, ganz pünktlich zum Einlaufen der Heimmannschaft! Der Ultra-Block war schon gut gefüllt und ich schaute mir erstmal die Rauchbomben, Leutraketen und Riesen-Bänder in schwarz und weiss, den Farben Libertads, an. Da hatte man sich was einfallen lassen und ich war beeindruckt! Als ich dann wieder zum Eingangstor zurückging um nach den anderen zu sehen, musste ich feststellen, dass sie trotz gültiger Karten nicht mehr reingelassen wurden und ich nun das Spiel allein sehen musste. Na prima! Ich lief also zurück in den Block und stellte mich direkt neben die Trommler mit ihren riesigen „Instrumenten“, dazu gab es noch Trompeter, ein paar Einpeitscher und Jugendliche, die die ganze Zeit pokten. Die Stimmung war ganz gut, aber verflachte leider zusehends. Das lag am Spielverlauf und der ist schnell erzählt. In der ersten Halbzeit hielt Libertad noch gut mit, doch dann konnte ein Geniestreich von Riquelme den Bann brechen und danach verwandelte noch Palacio einen Eckstoss. Demzufolge ging es auch mit der Stimmung stetig bergab und es wurde klar, dass an dem Tag auch seeeehr viele Erfolgsfans im Stadion waren. Nichtsdestotrotz wars interessant!

ist eine andere Welt! Das kann man ohne Zweifel sagen. Die Fahrt hierher verlief ganz gut und ohne irgendwelche Schwierigkeiten, als wir dann aber die Grenze zu Paraguay passiert haben merkte man schon die ökonomischen Unterschiede. Die Stadt und ihr Umland wirkt schon deutlich ärmer und man hat tatsächlich das Gefühl, dass es unsicherer als Montevideo ist. Es geht aber. Die Menschen sehen weniger europäisch als z.b. in Montevideo und Buenos Aires aus und man fällt mit seinen blonden Haaren schon auf ;-) . Ansonsten bekommt man viele neue ungewohnte Eindrücke und muss erstmal alles verarbeiten. Deshalb werde ich das auch erst später mehr dazu schreiben können. Heute musste ich tatsächlich von 7:30 bis 17:00 arbeiten und das wird wohl auch die ganze Woche so weitergehen, da wir ein Seminar organisiert haben und ich daran gleich mal als vollwertiges Mitglied eingespannt wurde. Sozusagen „ins kalte Wasser geworfen“. War aber ganz spannend. Eben etwas anderes zur Büroarbeit in Montevideo. Aber „Urlaub“ sieht sicher anders aus…

gehts morgen um 13:00 Ortszeit. Mit dem Bus durch halb Uruguay gondeln, dann über den Fluß Uruguay und damit die Grenze nach Argentinien und irgendwann dann wieder über die Grenze nach Paraguay. Die ganze Strecke sind so 1500 km und die Fahrt dauert dementsprechend 22 h… Und warum das ganze? Ich mache dort nen Austausch der Kammern von Uruguay und Paraguay, d.h. ein Praktikant aus Paraguay fährt auch für diese eine Woche nach Montevideo. Das dient dem interkulturellen Austausch und man hat die Möglichkeit auch nochmal ein anderes Land und andere Leute zu sehen. Wird bestimmt spannend, denn Asunción soll doch eine andere Welt sein… Später dazu mehr!

Ausblick
Oh man, heute „durften“ wir von der Kammer aus ein paar Wohnungsbesichtigungen durchführen. Eine ältere deutsche Dame, sie wohnt gerade in Asunción/ Paraguay, möchte umziehen nach Montevideo. Na klar, hier ist es nicht ganz so schwül wie dort und wir haben gleich den Ozean um die Ecke… Allerdings ist das kein ganz gewöhnlicher Umzug, denn sie scheint ordentlich Geld mitzubringen. Bisher wohnte sie in einem Haus mit 800 m2 und zusätzlichem Botanischen Garten. Allein!!! Ok, sie hatte noch Hauspersonal, aber sonst??!! Nun gut, jetzt will sie nicht mehr ganz so viel Platz, ist aber trotzdem bereit einiges Geld zu bewegen. Wir durften uns also heute mal drei luxuriöse Domizile hier in der Strandpromenade anschauen :-) . Alle hatten zwischen 200 – 250 m2 Fläche, mehrere Schlafzimmer und dazu die Bäder, Terrasse, Tiefgaragenplätze, Pförtner und Security am Eingang und meist riesige „Wohnzimmer“. Der Ausblick von der Terrasse war natürlich immer direkt auf das Wasser und es fehlte den Wohnungen an nichts… Zumindest für meinen Geschmack war alles da ;-) .
Der Preis: eher lächerliche 2000 – 3000 $
Wohnzimmer

kurzes Update: am nächsten Tag gings noch weiter und wir mussten erfahren, dass dies noch längst nicht das Ende der Fahnenstange war! Stattdessen sahen wir noch eine Wohnung mit einer Grundfläache von 300 m2 und einem Swimmingpool oben auf dem Dach…
Der Knüller war allerdings eine „Suite“ mit 400 m2 Wohnfläche und zusätzlichen 100 m2 Garten. Es gab 4 Bäder, das Interior war nur vom feinsten (alle verbauten Materialien waren importiert z.B. aus Italien), einen begehbaren Kleiderschrank mit ungefähr 12-15 m2 Grundfläche, 4 Autostellplätze, Überwachungskameras um das Haus, die neueste Technik wurde verbaut, selbst die Fensterläden wurden nur elektrisch bedient. Die Klimaanlage konnte separat für jeden Raum eingestellt werden und die Küche hatte den größten Kühlschrank, den man sich vorstellen kann. Alles in allem sagte uns der Makler, das es sich um die wahrscheinlich teuerste Mietwohnung in ganz Montevideo handeln würde. Der Preis waren dann mal eben 5000 $ plus Spesen pro Monat… Wer’s hat :-P

ist ein wirklich netter und sehr umgänglicher Typ. So haben wir schon einiges zusammen gemacht, z.B. einen Tagesausflug zum Wandern 1 Stunde außerhalb Montevideos, wir gingen in ne Kneipe, zum Fußball oder ins Kino, führten studenlange Gespräche über alles mögliche oder er erklärt mir einfach nur das alltägliche Chaos hier, das in Montevideo zu bewältigen ist. Trotz seiner 35 Jahre ist er noch sehr jugendlich, ja manchmal fast kindlich geblieben. Wenn man ihm gegenüber steht oder mit ihm redet, hat man eher den Eindruck er wäre Mitte/ Ende 20. Manchmal sitzt er nach Feierabend stundenlang mit seiner Gitarre im Wohnzimmer und übt einen Song ein oder spielt verschiedene andere einfach so. Natürlich hat er noch keine Kinder und ich habe den Eindruck, dass er sich im Moment damit auch überhaupt nicht beschäftigt. Mal ganz abgesehen davon, dass er als Single auch so ganz gut durchs Leben zu schreiten scheint. Nun gut, manchmal würde ihm eine Frau im Leben schon ganz gut tun, aber er überlebt ja… Zumindest unsere ehemalige Mitbewohnerin Susanne schien sich manchmal an seiner Planlosigkeit etwas zu stören. So war es wohl vor meiner Ankunft so, dass er gar kein Bügeleisen oder keinen Kleiderschrank für uns Mitbewohner in seiner Wohnung hatte. Das konnte sie in ihrer Zeit aber zum Glück heraushandeln :-) . Aber wir haben immernoch keine ordentliche Couch, sondern eher einen Sack der einfach unten auf dem Boden liegt, geschweige denn eine Waschmaschine oder einen Fernseher. Gerade ohne Waschmaschine ist es aber blöd, da wir immer ungefähr 2 € für eine Wäsche in einer Wäscherei zahlen müssen, die eher einem Verschlag mit angegliedertem Obstverkauf dient. Dort riecht es immer feucht-stickig,ein Hund flitzt rum und die Wäsche wird kalt gewaschen, alles wird ohne Rücksicht auf die Stoffe oder Verluste in einen Trockner reingehauen und dann passiert es, wenn man wie ich Pech hat, dass der Besitzer die Wäsche beim Einpacken wiederholt auf den Boden fallen lässt und sie danach nochmal gewaschen werden müsste, weil wieder Flecken drauf sind. Naja, man gewöhnt sich an alles! ;-) Dafür haben wir hier eine Heizung, die sich gerade im Winter ganz gut macht und auch sonst kann man sich über die Wohnung nicht beklagen. Die Küche und das Bad sind in Ordung, auch wenn dort jeweils immernoch ein paar Sachen fehlen. Aber er wohnt ja auch erst seit 6 Monaten in der Wohnung und schafft sich das erst alles so nach und nach an. Ansonsten isses aber ganz ok in unserer Wohnung, auch wenn es manchmal ein bisschen langweilig ist, aber man kann sich ja immer eine ordentliche Beschäftigung suchen…

sie heißt: Cinemateca

Was heißt das nun genau? Nun, es handelt sich um sowas wie ein Programmkino. Es gibt in Montevideo 5 Säle in denen man internationale Filme sehen kann. Das kommt mir als Filmfan natürlich zugute ;) . Also bin ich gleich mal für die nächsten zwei Monate Mitglied geworden, was 156 Pesos uruguayos gekostet hat. Also weniger als 5 € für 2 Monate Kino! Jetzt kann ich mir im Monat jeweils 100 Filme anschauen… Ok, es ist nicht so super-bequem in den Kinos, aber es hat Flair! Bisher habe ich in Rahmen einer Hommage an Gérard Dépardieu einen französischen Film mit ihm gesehen (auf französisch mit spanischen Untertiteln) und am Dienstag einen Film von und mit Woody Allen (er kann so göttlich sein…) in Originalton wiederum mit spanischen Untertiteln. Ansonsten laufen hier solche Größen wie Martin Scorsese, Billy Wilder, Clint Eastwood, John Huston, Pedro Almodovar, Wim Wenders, Federico Fellini, Steven Soderbergh, Wong-Kar-Wei und andere mir absolut nicht bekannte Regisseure aus Indien, Iran, Argentinien. Man versteht alles super, ich habe Spaß und mache nebenbei noch Fortschritte mit der Sprache, traumhaft! Am Wochenende gehts in nen Marathon mit 4-5 Filmen und nächsten Monat probiere ich dann mal ein paar absolute Independent-Filme aus. Irgendwas aus Asien und solche Sachen. Kostet ja nichts…

Cinemateca

mucho! :-(
Die Temperaturen sind in den letzten Tagen und besonders gestern ganz gehörig gefallen. Dazu noch ein Wind, der einen fast wegträgt und fertig ist der uruguayische Herbst. Nun gut, man beschwert sich hier auf hohem Niveau, aber schön warm ist es nun nicht mehr… Wie soll dann erst noch der Winter werden? Angefangen hat alles mit gehörigen Niederschlägen in den letzten Tagen, dazu kam diese Nacht noch ein ordentlicher Sturm, den man in meiner Wohnung schön hören konnte, denn natürlich sind die Fenster u.ä. nicht soooo gut abgedichtet, im Gegenteil! Heute Mittag haben wir wohl so um die 12 Grad, aber was soll das? Schliesslich liegt Montevideo auf Höhe von Nordafrika, wäre es auf der Nordhalbkugel. Welches Klima dort vorherrscht, brauche ich wohl keinem zu erzählen. Glücklicherweise soll es die nächsten Tage wieder besser werden und sich wenigstens auf 17, 18 Grad stabilisieren. Und wehe es kommt nochmal Regen oder sowas schauerliches dazwischen – basta!

Don Petrus – escúchame …

gab es letzten Sonntag hier in Montevideo. Im nationalen Heiligtum Estadio Centenario trafen die Erzfeinde Nacional und Peñarol Montevideo aufeinander. Die Vorfreude war natürlich gross, auch bei mir, sollte doch die Riesenschüssel Centenario mit über 70.000 Zuschauern ausverkauft sein. Im Vorfeld sah man schon Anhänger beider Teams mit Trikots und ähnlichen Utensilien durch die Gegend streifen, aber alles blieb friedlich, keinerlei Aussetzer. Als kleiner Sympathisant Nacionals war ich mehr oder weniger in ihrem Block und durfte ein 0:3 Debakel miterleben! Wie bitter! Angefangen hatte alles mit einer tollen Stimmung vor Anpfiff, die sich dann beim Einlaufen der beiden Teams kulminierte. Dabei wurden, klaro, Bengalos angezündet, Papierschnipsel umhergeworfen, Feuerkörper in die Luft geschossen, Klopapierrollen geworfen und bei lautem Singen im Takt gehüpft. Zahlenmässig war die Anhängerschaft Peñarols der Nacionals überlegen, aber gefeiert wurde trotzdem auf beiden Seiten… Das Spiel ist schnell erzählt. Offene Anfangsphase mit Chancen hüben wie drüben, dann macht Peñarol das erste Tor. Die Fans von Nacional liessen sich kaum beeindrucken und machten munter weiter, vor allem nach der Roten Karte für den Gegner, allerdings schafften die auch zu zehnt durch einen Freistoss, der als Strich im Winkel einschlägt, das 2:0. Hm, durch einen schönen Bock des Torwarts stands dann auch schnell 3:0! Und das gegen 10 Mann! Nacional drohte sich lächerlich zu machen. Sie brachten auch nach der Pause nix zu stande und das Spiel plätscherte danach so vor sich hin, bis unter Jubel abgepfiffen wurde. Ein Spiel, das keinen Offenbarungseid geleistet hat, dafür war die Stimmung wieder geil! …. y quien no salta es Peñarol! :-P