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„El Xeneize está muy cerca de conseguir su sexta Copa Libertadores“ titelt die heutige Online-Ausgabe der argentinischen Zeitung Clarín. Denn gestern hat Boca im Hinspiel des Finals der Copa Libertadores in der Bombonera ein starkes 3:0 über Grêmio Porto Alegre gefeiert. Als überragender Mann konnte sich dabei Juan Román Riquelme auszeichnen, war er doch an allen 3 Toren beteiligt. Nummer 1 und 3 bereitete er vor, das Zweite dagegen haute er mit einem direkt verwandelten Freistoss selbst in die Maschen. Dazu passt noch, das es sein letztes Spiel in der Bombonera war und er nach der Copa wieder nach Europa zurückkehren wird. Die Fans feierten ihn natürlich überschwänglich. Nächste Woche kommt es nun zum Rückspiel in Porto Alegre aber selbst in Brasilien haben die Zeitungen nur noch wenig Hoffnung auf einen Titelgewinn Grêmios. So scheint alles bereit zu sein für den sechsten Titelgewinn Bocas, davon 4 in den letzten 8 Jahren.

Nach Asunción ging es dann mit dem Bus am Samstag morgen weiter nach Ciudad del Este, wo wir von einem Fahrer des paraguayischen Tourismusministeriums schon erwartet wurden. Er führte uns zum Itaipú-Staudamm und -hydroelektrikkraftwerk. Der Staudamm war natürlich gewaltig anzuschauen, schließlich handelt es sich um den zweitgrößten der Erde! Leider habe ich die ganzen Zahlen schon wieder vergessen, aber es war beeindruckend. Die Wassermassen wurden gebändigt und nur ab und zu kam durch die Rückhaltemauern mal ein bisschen Wasser hindurchgespritzt. Nach der zweistündigen Fahrt durch und um den Staudamm herum ging es weiter zu einem Museum der Guaraní, jener indigenen Ureinwohner dieses Gebietes am Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay. Dort wurden Exponate aus dem Leben und der Kultur der Guaraní gezeigt. Man sah z.B. wie „nah“ dieses Volk an der Natur lebte, sozusagen im Einklang mit ihr. Heute ist davon nicht mehr allzuviel übrig geblieben, außer dass es in Paraguay zwei Amtssprachen gibt, nämlich zum einen Spanisch und zum anderen Guaraní. Jedoch können nur wenige Menschen diese Sprache wirklich noch fehlerfrei, der Großteil der Bevölkerung spricht eine Mischung aus beidem.
Am Abend machten wir uns dann zur brasilianischen Seite nach Foz do Iguacu auf und mussten dafür den 4000 km langen Fluß Paraná überqueren. Dies geschieht über eine „Brücke der Freundschaft“ zwischen beiden Ländern und ist völlig unkompliziert. Ein lustiges Gefühl einfach so zwischen den Ländern zu wandern, vor allem in der sogenannten „Dritten Welt“. Über diese Brücke wird auch ein riesiger Teil des Schmuggels abgewickelt, denn vor allem für die Brasilianer sind die Elektrogeräte in Ciudad del Este wirklich billig und es gibt nicht nur Ramsch. Manchmal ist wohl auch ein wirkliches Schnäppchen dabei ;-) Am nächsten Tag starteten wir unseren „Angriff“ auf die brasilianische Seite der Wasserfälle und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus! Jeder meinte zuvor schon, dass es wirklich wunderschön sein würde und ich hatte mich ja auch schon mit ein paar Photos „vorbereitet“, aber es sah tatsächlich aus wie gemalt! Einfach traumhaft! Wir liefen den brasilianischen Teil in knapp 2 Stunden ab, ich machte unzählige Photos von der Landschaft und den possierlichen Tieren (u.a. Schmetterlinge). Ganz am Ende kamen wir zum „Garganta del Diablo“ – dem Teufelsschlund. Dort konnte man wirklich ganz nach ran an den Abgrund, wurde aber auch ordentlich durchnässt. Das dürfte man auch auf den Photos sehen! Überhaupt herrschte in der ganzen Gegend eine unheimliche Luftfeuchtigkeit und tropisches Klima, aber es war sehr angenehm, schließlich ist Winter…
Im Anschluss gings noch in einen Vogelpark, wo wir (handzahme) Tucan’s, Papageien, Leguane und andere seltsame Vögel besichtigten. Auf dem Nachhauseweg ging es mir dann nicht mehr so gut, ich hatte mir wohl den Magen verdorben, denn ich hatte Magenkrämpfe und Durchfall und fühlte mich dementsprechend nicht so gut. Also war der Tag schon sehr früh beendet und ich nahm ein paar Medikamente ein :-( .
Am nächsten Tag fühlte ich mich nicht gerade besser, wollte aber unbedingt noch die argentinische Seite, die noch spektakulärer sein sollte, sehen. So schleppte ich mich in den Bus und wir fuhren erstmal 1,5 h durch die Gegend bis wir angekommen waren. Dort gab es dann die Hiobsbotschaft, dass der argentinische Garganta del Diablo und eine nicht unbedeutende Insel wegen Hochwasser gesperrt waren und wir uns dementsprechend mit dem Rest begnügen mussten. War aber immernoch klasse und man kam in Argentinien noch eher an die Abgründe ran. Ursprünglich verweilt man auf dieser Seite so zwischen 6-8 h, aber da uns wichtige Attraktionen fehlten waren wir schon nach 4 h fertig. Meinem Magen konnte das nur Recht sein, ich fands eher ärgerlich! Am Abend machte ich mich dann weiter in die brasilianische „Muster-“Großstadt Curitiba auf.

geht’s morgen… Die grössten Wasserfälle der Welt, die Cataratas del Iguazú, warten. Sie liegen in dem Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay und werden daher mein Tor zu weiteren Ausflügen bzw. Weiterfahrten in Brasilien sein. Auf dieses Highlight meines Aufenthalts hier in Südamerika habe ich mich schon über 4 Wochen gefreut! Ich bin also gespannt…

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Am Dienstag kam ich zurück aus der Hauptstadt Argentiniens, Buenos Aires. Man ist diese Stadt groß! Aber immer der Reihe nach… Am Freitag sind wir nach der Arbeit mit der Fähre namens Buquebus über den Rio nach Bs As geschippert. Vorher musste man wie beim Flug noch das Gepäck einchecken, alles schön verzollen und holte sich ein paar Stempel für die Ein- und Ausreise des jeweiligen Landes ab. Die Fahrt dauerte dann etwa 3 h und die Wellen hat man ordentlich gespürt. Selbst auf einer Fähre, beladen mit mehr als 400 Mann, die so konzipiert ist, dass sie in die Breite geht, um damit den Wellen zu trotzen, spürt man einiges. Aber es war eher lustig und man hat sich schnell daran gewöhnt. Gegen 22:30 kamen wir dann an und wurden in Empfang genommen. Zum Glück bin ich für das Wochenende kostenlos bei meiner Freundin Jenny untergekommen und so sparte ich mir die Unterkunftskosten :-) . Sie wohnt allerdings nicht direkt in der Stadt, sondern im etwas reicheren Norden, in einem Viertel namens Martínez (San Isidro), bei einer deutschenstämmigen Familie. Die Fahrt mit dem Taxi hat von der Innenstadt dann nochmal mindestens 30 min gedauert und dann waren wir da. Zur Entspannung gabs anschließend einen kleinen Snack in ner Bar, ein bissel geschwatzt, wir haben uns ja schliesslich seit 6 Monaten nich gesehen, und dann ab ins Bett.

Am nächsten Morgen kam die Herrin des Hauses und bot uns Frühstück und mir einen Mate-Tee an. Da das hier (Argentinien und Uruguay) das Getränk schlechthin ist, musste ich das natürlich probieren. War sehr lecker und ich kann es eigentlich nur empfehlen, obwohl es sicher nicht jedermanns Geschmack ist! Nebenbei noch gefrühstückt und dann gings los. War ja schliesslich schon 12:30! Die Studenten wieder… ;-) Also haben wir uns in einen Colectivo (so heissen hier die Busse) Richtung Boca gesetzt und gewartet….
…. denn die Fahrt hat 1:45 h gedauert! Ok, das lag auch daran, dass wir schön durch die Innenstadt gejuckelt sind und wirklich überall angehalten haben, aber es war auch ein ganz schöner Weg. Der Verkehr hat dann sein übriges dazu getan und so waren wir gegen 14:30 endlich am Ziel. Das Wetter war sowieso die ganze Zeit scheiße, es hat geregnet wie aus Eimern und wir sassen wenigstens im Trockenen. Also raus aus dem Bus und schnell unter den Regenschirm. Da waren wir. In einem ärmlichen Viertel namens Boca, Heimat der italienischen Einwanderer und Hafenarbeiter und wie man merkte, ziemlich gefährlich abseits der touristisch erschlossenen Gegend! Wir zwei „rubios“ (blonden) wurden natürlich sofort für „gringos“ gehalten und wurden dementsprechend auch gemustert! Dummerweise hatte ich auch noch meine Kamera im Anschlag und (m)einen Riesen-Rucksack aufgeschnallt. Aber es ist nix passiert! Haben halt nur geguckt, es war wohl noch zu früh am Tag ;-) . Das Viertel selbst war dann sehr touristisch, da wurde wirklich alles feilgeboten und in jeder Ecke stand einer, der die nächste (Tango-) Bar angepriesen hat. Aber alles in allem sah es schon schön aus mit den bunten Häusern, die einstmals angemalt wurden, weil die Bewohner ihr Leben so trostlos fanden und deswegen ein bisschen Farbe reinbringen wollten. Danach sind wir dann zur „Bombonera“, jenem Stadion, wo 1 Woche vorher der Superclasico zwischen den Boca Juniors und River Plate stattgefunden hatte. Jenes Ereignis wurde von der britischen Zeitung „The Observer“ 2004 zum wichtigesten Event ausgerufen, das man mitmachen muss, bevor man stirbt („50 sporting things you must do before you die“). Die Stadiontour inkl. Museumsbesuch war natürlich Pflicht und hat sich wirklich gelohnt. Allein die ganze Präsentation des Stadions und des Klubs und die Vorstellung, dass das nationale Heiligtum und der womöglich beste Fußballer aller Zeiten Diego A. Maradona, auf dem Platz große Erfolge gefeiert hat und die fanatischen argentinischen „hinchas“ bei einem Tor ausrasteten und das Stadion dabei in den buntesten Farben funkelt, jagte mir schon Gänsehaut ein. Auch sonst war alles sehr interessant und aufregend, allerdings waren die Trikots leider etwas zu teuer für meinen Geschmack oder ich habe in ihnen scheiße ausgesehen… Auf dem Rückweg haben wir leider nicht mehr allzuviel sehen können und waren auch kaputt. Am Sonntag morgen ist mir dann aufgefallen, dass mein Ticket für die Rückfahrt leider nicht auf Montag abends datiert war, sondern für den Sonntag um die gleiche Zeit. Que merde! Also gleich nach dem Frühstück in die Stadt und mit der Gesellschaft diskutiert. Naja, das Ergebnis war leider nicht sooo erfolgreich, ich wurde trotz oder gerade wegen meiner vehementen Vorbringung der Tatsachen mehr oder weniger schroff zurückgewiesen und mir wurden 2 Möglichkeiten in Aussicht gestellt. Entweder ich würde eben noch an diesem Sonntag fahren oder eben Dienstag mittags. Nur musste ich dummerweise am Dienstag schon wieder auf der Arbeit sein, das hat sie dann aber nicht so recht interessiert… Da ich für die ganze Fahrt über 70 € ausgegeben hatte, wollte ich natürlich nicht schon einen Tag früher abreisen und musste wohl oder übel die Fahrkarte auf Dienstag umschreiben lassen. Letztlich sind wir dann doch noch zum Sightseeing gekommen, obwohl der ganze Tag wieder verregnet war, und haben uns das Viertel La Recoleta angeschaut. Das ist so eine Art Künstlerviertel mit kleinen Ständen und allerlei Kram. War wirklich nett. Dort befindet sich auch der Friedhof für die Größen Argentiniens, wo einige Generäle und ihre Familie ihre Grüfte haben. Auch eine gewisse Eva Perón besser bekannt unter dem Namen Evita liegt hier in ihrer Familiengruft gebettet. Da ich am nächsten Tag auf mich allein gestellt war (Jenny musste arbeiten), hatte ich mir eine „Ochsentour“ vorgenommen, d.h. ich wollte die ganze Innenstadt zu Fuß sehen. Zu Fuß deshalb, weil der Nahverkehr gelinde gesagt nicht ganz so gut ist! Man hat zwar einen Haufen Busse zur Verfügung, nur leider durchschaut man deren System nicht wirklich und zweitens gibt es nur 5 U-Bahn-Linien, die jeweils alle aus der Stadt heraus führen, anstatt untereinander verbunden zu sein. Kein Wunder, dass die Stadt in Autoabgasen erstickt! Der Nahverkehr läuft fast nur über sehr dreckige Busse und U-Bahn-Linien, die entweder überfüllt oder schlecht verbunden und damit umständlich sind… Das hat wirklich kein Weltstadt-Niveau! Naja, für einen Tag wars schon ok ;-)

Also gings los! Erstmal durch das Geschäftsviertel mit mit hohen Türmen und geschäftgen Menschen mittendrin, dann auf die große und hektische Einkaufsstraße Florida mit ihren Nebenstraßen. Von dort dann weiter auf den „Hauptplatz“ der Stadt, den Plaza de Mayo – Maiplatz – wo z.B. die Casa Rosada, also der Präsidentenpalast steht. Nun gings weiter nach San Telmo, das durch seine etwas ältlichen Charme besticht, mit Markthallen, Kunstgalerien etc. Hier habe ich auch die Gelegenheiten wargenommen mich in den Kirchen auf dem Weg nieder zulassen und ein bisschen in mich zu kehren. Das war sehr wohltuend und ich habe es wirklich genossen. Auch San Telmo war sehr sehenswert und von dort verschlug es mich zur breitesten Straße der Welt, der Avenida 9 de Julio, mit ihrem berühmten Obelisken, dem Wahrzeichen der Stadt. Auf dieser Avenida, die zum Teil 20spurig ist, braust der Verkehr und ab 14:00 gibt es für Stunden einen ordentlichen Stau! Das nennt man mal Rushhour… Der Verkehr kollabierte wirklich ordentlich in und um die Stadt und die Umwelt hat sich wirklich gefreut. Bei den Fahrzeugen hier in Südamerika dürften alle Klimaforscher jauchzen, denn die Menschen haben offensichtlich noch nichts von der Erderwärmung mitbekommen. Entweder die Autos sind supergroß oder steinalt… Danach folgte noch der Kongress und auf der anderen Seite der Innenstadt der Puerto Madero mit seinen neuen Geschäftshochhäusern direkt am Wasser bis ich dann die Füße in einem netten Café hochgelegt habe und mir einen Tee gönnte… Nach meinem Gewaltmarsch durch das Moloch war ich auch noch am Dienstag gut geschafft und so setzte ich mich nur noch in die Fähre nach Colonia, von wo es dann mit dem Bus weiter nach Montevideo ging. Am nächsten Tag in der Arbeit gab es wegen meinem Fehlen zum Glück keinen Ärger und meine Chefin hat mein Problem verstanden. Fazit: Ein anstregendes Wochenende in einer zum Teil anstrengenden Stadt! Ohne Zweifel…