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„El Xeneize está muy cerca de conseguir su sexta Copa Libertadores“ titelt die heutige Online-Ausgabe der argentinischen Zeitung Clarín. Denn gestern hat Boca im Hinspiel des Finals der Copa Libertadores in der Bombonera ein starkes 3:0 über Grêmio Porto Alegre gefeiert. Als überragender Mann konnte sich dabei Juan Román Riquelme auszeichnen, war er doch an allen 3 Toren beteiligt. Nummer 1 und 3 bereitete er vor, das Zweite dagegen haute er mit einem direkt verwandelten Freistoss selbst in die Maschen. Dazu passt noch, das es sein letztes Spiel in der Bombonera war und er nach der Copa wieder nach Europa zurückkehren wird. Die Fans feierten ihn natürlich überschwänglich. Nächste Woche kommt es nun zum Rückspiel in Porto Alegre aber selbst in Brasilien haben die Zeitungen nur noch wenig Hoffnung auf einen Titelgewinn Grêmios. So scheint alles bereit zu sein für den sechsten Titelgewinn Bocas, davon 4 in den letzten 8 Jahren.

Von Florianopolis gings dann wieder in einer Nachtfahrt ins „nahe“ gelegene Porto Alegre, Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Sul. Dort fühlen sich die Menschen eher der „Gaucho“- als der brasilianischen Kultur zugewandt, trinken dementsprechend Mate und sagten sich im 19. Jahrhundert auch schonmal von Brasilien los, da sie eine stärkere Affinität zu ihren Nachbarn Uruguay und Argentinien spürten. Das ist heute allerdings Vergangenheit. Wie im ganzen Süden Brasiliens sieht man hier vor allem Weisse und keine Schwarzen, was mich zuerst eher verblüfft hat, aber auf die regionalen Einwanderbewegungen zurückzuführen ist. Im Norden Brasiliens um Recife oder Salvador da Bahia lebt der grösste Teil der sogenannten afrobrasilianischen Bevölkerung (eben verschleppte „Einwanderer“ aus Afrika) und im Süden dann vorwiegend die ehemaligen europäischen Einwanderer. So gibt es auch in Rio Grande do Sul viele Deutsche bzw. Brasilianer mit deutschen Wurzeln, was sich zum Beispiel an solch lustigen Städtenamen wie Novo Hamburgo oder São Leopoldo zeigt. Aus der Region stammen 90 % des brasilianischen Weinanbaus, was vor allem auf italienische und deutsche Einwanderer zurückgeht.
Wir kamen also am frühen Sonntagmorgen um 6:00 in Porto ALegre an und es war arschkalt! Zudem war kaum jemand auf der Strasse… Welch armseliges Bild gab die Stadt da ab. So schauten wir uns einige nette Sachen an und die Zeit verging so langsam, aber alles in allem war diese Stadt nicht sooo erwähnenswert. Sie hat auch 2 sehr bedeutende Fussballvereine, nämlich Gremio (übrigens im Moment im Finale der Copa Libertadores gegen Boca Juniors) und Internacional, die den Weltpokal letztes Jahr gegen Barcelona gewannen. Ansonsten sahen wir uns noch einen interessanten Friedhof an, bei dem die Grabsteine in die Mauer gemeisselt werden. Auf diesem Friedhof müssen es Tausende gewesen sein! Am Abend machte ich mich dann wiederum zu einer Nachtfahrt nach Montevideo auf, das ich dann am Montagmorgen nach 10 stündiger Fahrt erreicht habe. Damit war mein 2 wöchentlicher Trip beendet!

Nach Asunción ging es dann mit dem Bus am Samstag morgen weiter nach Ciudad del Este, wo wir von einem Fahrer des paraguayischen Tourismusministeriums schon erwartet wurden. Er führte uns zum Itaipú-Staudamm und -hydroelektrikkraftwerk. Der Staudamm war natürlich gewaltig anzuschauen, schließlich handelt es sich um den zweitgrößten der Erde! Leider habe ich die ganzen Zahlen schon wieder vergessen, aber es war beeindruckend. Die Wassermassen wurden gebändigt und nur ab und zu kam durch die Rückhaltemauern mal ein bisschen Wasser hindurchgespritzt. Nach der zweistündigen Fahrt durch und um den Staudamm herum ging es weiter zu einem Museum der Guaraní, jener indigenen Ureinwohner dieses Gebietes am Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay. Dort wurden Exponate aus dem Leben und der Kultur der Guaraní gezeigt. Man sah z.B. wie „nah“ dieses Volk an der Natur lebte, sozusagen im Einklang mit ihr. Heute ist davon nicht mehr allzuviel übrig geblieben, außer dass es in Paraguay zwei Amtssprachen gibt, nämlich zum einen Spanisch und zum anderen Guaraní. Jedoch können nur wenige Menschen diese Sprache wirklich noch fehlerfrei, der Großteil der Bevölkerung spricht eine Mischung aus beidem.
Am Abend machten wir uns dann zur brasilianischen Seite nach Foz do Iguacu auf und mussten dafür den 4000 km langen Fluß Paraná überqueren. Dies geschieht über eine „Brücke der Freundschaft“ zwischen beiden Ländern und ist völlig unkompliziert. Ein lustiges Gefühl einfach so zwischen den Ländern zu wandern, vor allem in der sogenannten „Dritten Welt“. Über diese Brücke wird auch ein riesiger Teil des Schmuggels abgewickelt, denn vor allem für die Brasilianer sind die Elektrogeräte in Ciudad del Este wirklich billig und es gibt nicht nur Ramsch. Manchmal ist wohl auch ein wirkliches Schnäppchen dabei ;-) Am nächsten Tag starteten wir unseren „Angriff“ auf die brasilianische Seite der Wasserfälle und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus! Jeder meinte zuvor schon, dass es wirklich wunderschön sein würde und ich hatte mich ja auch schon mit ein paar Photos „vorbereitet“, aber es sah tatsächlich aus wie gemalt! Einfach traumhaft! Wir liefen den brasilianischen Teil in knapp 2 Stunden ab, ich machte unzählige Photos von der Landschaft und den possierlichen Tieren (u.a. Schmetterlinge). Ganz am Ende kamen wir zum „Garganta del Diablo“ – dem Teufelsschlund. Dort konnte man wirklich ganz nach ran an den Abgrund, wurde aber auch ordentlich durchnässt. Das dürfte man auch auf den Photos sehen! Überhaupt herrschte in der ganzen Gegend eine unheimliche Luftfeuchtigkeit und tropisches Klima, aber es war sehr angenehm, schließlich ist Winter…
Im Anschluss gings noch in einen Vogelpark, wo wir (handzahme) Tucan’s, Papageien, Leguane und andere seltsame Vögel besichtigten. Auf dem Nachhauseweg ging es mir dann nicht mehr so gut, ich hatte mir wohl den Magen verdorben, denn ich hatte Magenkrämpfe und Durchfall und fühlte mich dementsprechend nicht so gut. Also war der Tag schon sehr früh beendet und ich nahm ein paar Medikamente ein :-( .
Am nächsten Tag fühlte ich mich nicht gerade besser, wollte aber unbedingt noch die argentinische Seite, die noch spektakulärer sein sollte, sehen. So schleppte ich mich in den Bus und wir fuhren erstmal 1,5 h durch die Gegend bis wir angekommen waren. Dort gab es dann die Hiobsbotschaft, dass der argentinische Garganta del Diablo und eine nicht unbedeutende Insel wegen Hochwasser gesperrt waren und wir uns dementsprechend mit dem Rest begnügen mussten. War aber immernoch klasse und man kam in Argentinien noch eher an die Abgründe ran. Ursprünglich verweilt man auf dieser Seite so zwischen 6-8 h, aber da uns wichtige Attraktionen fehlten waren wir schon nach 4 h fertig. Meinem Magen konnte das nur Recht sein, ich fands eher ärgerlich! Am Abend machte ich mich dann weiter in die brasilianische „Muster-“Großstadt Curitiba auf.

geht’s morgen… Die grössten Wasserfälle der Welt, die Cataratas del Iguazú, warten. Sie liegen in dem Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay und werden daher mein Tor zu weiteren Ausflügen bzw. Weiterfahrten in Brasilien sein. Auf dieses Highlight meines Aufenthalts hier in Südamerika habe ich mich schon über 4 Wochen gefreut! Ich bin also gespannt…

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