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dann gehts wieder Richtung Heimat! Zuerst in die entgegen gesetzte Richtung nach Santiago de Chile, dort ein 45 minütiger!! Aufenthalt und dann weiter nach Madrid, wo ich dann morgen Mittag 14:00 (MESZ) lande. Dann ist es nur noch ein Katzensprung nach Berlin
.
Damit ist das „Abenteuer“ Südamerika erstmal vorbei… Schön wars!
Letzten Sonntag 6:30 in der Früh. Wir wanken ziemlich betrunken von einem Club in der Innenstadt nach hause und kommen dabei an der grossen Hauptverkehrsstrasse 18 de Julio vorbei. Auch dort befindet sich offensichtlich ein Club und ein Typ steigt in irgend so einen abgewrackten älteren Toyota und lässt die Reifen bei angezogener Handbremse ordentlich qualmen. Wir denken schon: „Alles klar, geiler Typ!“. Die Show war allerdings noch nicht vorbei. Nach gefühlten 5 Minuten Reifenverschleiss am Strassenrand (ich war ja sowas von beeindruckt
!!!) merkte er offensichtlich, dass die meisten eher gelangweilt waren und zischte ab. 100 m geradeaus, dann links an der ersten Kreuzung rein und weiter gehts… Nur leider …..
… leider war er mit bestimmt 70-80 km/h um die Kurve gebraust, wurde wegen der Fliehkräfte etwas „rausgetragen“ und knallte in vollem Tempo gegen den herumstehenden Müllcontainer. Wie im Film!!! Da konnte man mal richtig feixen. Der Typ natürlich weiterhin unbeeindruckt, setzt kurz zurück und fährt einafch weiter
. Klasse Bursche! Er hatte bei seiner (unabsichtlichen) Aktion einige Zuschauer, verursachte eine ordentliche Beule im Container und bestimmt auch so einige Kratzer an seiner Karre und wir hatten einen denkwürdigen Abschluss unseres Tages…
Gestern war eine Fahrradtour angesagt. Ok, das Wetter war jetzt nicht berauschend, aber es ging. So um die 10 Grad reichen ja. Mein neuer Mitpraktikant Henrik und ich haben uns halt die Fahrräder geschnappt und sind einfach mal drauf losgefahren. Mitten durch die Stadt mit dem Ziel Cerro – sprich dem Hügel innerhalb der Stadtgrenze von dort hat man einen ziemlich guten Blick. Fahrradwege existieren in Uruguay natürlich nicht, also muss man entweder auf der Strasse mitgondeln oder über den Bürgersteig, der allerdings nicht sehr fahrradfreundlich ist, ausweichen. Wir haben uns dabei für die Strasse entschieden und fuhren vorbei an mehr oder minder schönen Gebäuden (manchmal auch sehr schönen Bürgerhäusern) neben den stinkenden Bussen, den z.T. ziemlich alten Autos und den rücksichtslosen Motorradfahrern. Irgendwann machte dann die Eisenstange meines Sattels schlapp. Sie bog einfach (unter meinem Gewicht?
) nach hinten, als wäre sie aus Papier. Na klasse! Also mussten wir irgendwie eine Werkstatt auftreiben. Haben wir dann auch geschafft – allerdings war es eine Autowerkstatt, naja, man kann es ja mal versuchen. Der ältere Herr war sehr (sehr, sehr) freundlich, fragte uns woher wir kommen würden, richtete die Stange wieder und so plauschten wir mit ihm so ungefähr ne halbe Stunde. Dabei ging es dann um seinen Aufenthalt in Miami, Deutschland, Uruguay, die umliegenden Staaten hier in Südamerika, Korruption, unser Praktikum und Studium in Deutschland usw. Das war äusserst amüsant. Wir hielten ihn also mehr als eine halbe Stunde von der Arbeit ab und zum Dank nimmt er noch nicht mal Geld an und schenkt uns zu allem Überfluss noch einen grossen Stadtplan Montevideos, damit wir den Cerro besser finden würden. Wie liebenswert! Weiterhin meinte er, wir sollten uns vor den kleinen Bettlers-Kindern fernhalten – selbst die Uruguayos haben Respekt vor denen – sie wissen wohl warum… Also gings weiter und als wir dann in dem Stadtteil Cerro angelangt waren, war mir eher nicht mehr so wohl zumute. Wir, als vergleichsweise „reiche“ Europäer mit unseren Markenklamotten, Kameras, Rucksäcken (Achtung: perfekt zum Erkennen von Touris!) und weiss Gott nicht zerlumpten Kleidern fuhren vorbei an Favelas und durch ein Viertel, das ich so nach Dunkelheit nicht unbedingt betreten würde. Manche schauten uns etwas seltsam an, aber es passierte nichts. Aber wenn man solche Behausungen gesehen hat, dann wird man schon nachdenklich und vergegenwärtigt sich seiner tollen Situation im reichen Mitteleuropa aufs Neue. Hier „hausen“ also die Menschen, die mit ihren Pferdekarren durch die Strassen ziehen, um Brauchbares aus den Müllcontainern zu holen und dies dann zu verwerten. Ein bitteres Schicksal… Vor allem vor dem Hintergrund des aktuellen G8-Gipfels und der allgemeinen Hochkonjunktur der Weltwirtschaft.
Auf dem Rückweg ging es vorbei an einer chemischen Grossproduktionsanlage und dem Hafenbecken bis zur Rambla, wo wir uns teilten und dann nach Hause fuhren. Allerdings hörte uns ein Uruguayo offensichtlich auf Deutsch reden und so sprach er mich kurz danach an. Was ich denn hier machen würde und ob ich aus Deutschland sei, fragte er mich. So kamen wir ins Gespräch und ich erfuhr, dass seine Freundin aus Hamburg kommt und er auch schon ein paar Mal in Deutschland war. Das erklärt auch seinen sehr guten Deutschkenntnisse. Sonst sprachen wir noch ein bisschen über meine Eindrücke hier, die unterschiedlichen Kulturen, Berlin (er liebt diese Stadt – kann ich verstehn
) und auch ein bisschen über Privates. Dabei erzählte er mir,dass es eben schwierig mit ihrer Fern-Beziehung sei, denn er arbeitet hier für den Staat als Rechtsanwalt und sie hat eine gute Stelle in Frankfurt. Ausserdem hätte sie hier nicht so gute Chancen eine gleichwertige Arbeit zu finden, er müsste für Deutschland u.a. seine sichere Stelle aufgeben und im Moment bekommt er nur eine Aufenthaltsgenehmigung für 3 Monate. Alles sehr kompliziert, aber mit Fern-Beziehungen kenne ich mich ja aus ![]()
So quatschte ich auch mit ihm wieder eine gute halbe Stunde und kam irgendwann nach Hause , wo ich meinen Mitbewohner und seine (neue) Freundin schon in Sorge um mich vorfand, da die Gegend um den Cerro doch nicht sooo besonders sei… Hm, das habe ich leider auch gesehen
… schee war’s!! Viel erlebt, auch unerfreuliche Sachen, aber alles ist ja nochmal gut gegangen
. Werde die nächsten Tage dann einiges an Berichten und Bildern reinstellen können, alles nur eine Frage der Zeit!
bin ich jetzt wohl entgültig. Ab heute werde ich meine treuen „Fans“ regelmässig mit Informationen vom anderen Ende der Welt versorgen können. Also dann: Viel Spass!




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