Florianopolis, die Hauptstadt des Bundestaates Santa Catarina erreichten wir wiederum nach einer dreistündigen Fahrt durch wunderschönes brasilianisches Mittelgebirge. Die Fahrt führte uns immer sehr nah am Atlantischen Ozean vorbei, durch grüne Berge und vergleichsweise ruhige Ortschaften. Diese Gegend, wie der gesamte Süden Brasiliens, wird sehr stark von europäischen Einwanderern geprägt. So gibt es z.B. einen ziemlich grosse Stadt namens Blumenau, in der ehemals fast nur deutsch gesprochen wurde und die auch heute noch ein weltberühmtes Oktoberfest beherbergt. Angeblich ist es das zweitgrösste Volksfest Brasiliens nach dem Karneval in Rio.
Die Stadt Florianopolis selbst ist auf einer dem Festland vorgelagerten Insel gelegen, die beträchtliche Ausmasse erreicht. Sie umfasst knapp 500 qkm, was in etwa halb so gross wie Berlin ist. Die Insel selbst ist durch 2 grosse Brücken mit dem Festland verbunden und besonders im brasilianischen Sommer, also unserem Winter, Ziel sehr vieler Touristen aus Argentinien, Uruguay und auch reicher Paraguayer. Im Winter dagegen gelten die ca. 100 Strände als nahezu ausgestorben und man ist unter sich. Wir kamen wie immer in einem netten Hostel unter und erkundeten die Insel die nächsten 3 Tage. So fuhren wir am ersten Tag einfach mal in den Norden der Insel und pickten uns den erstbesten Strand aus, den Praia dos Ingleses. Dort war fast keine Menschenseele, an Badende war also gar nicht zu denken, obwohl das Wasser gar nicht sooo kalt erschien. Versucht haben wir es aber auch nicht
. So liefen wir einfach umher, wanderten auch auf einen der unzähligen Hügel, die zwar von unten ganz „easy“ aussahen, aber sich dann doch als schwieriger erwiesen. Alles ganz entspannt, es fühlte sich wirklich wie Urlaub an! Das Wasser war dabei so absolut blau und erinnerte fast ein bisschen an die Karibik, obwohl ich dort ja noch gar nicht war… Die Dörfer in der Gegend waren auch sehr still und nur die Einheimischen hielten sich dort auf. Am nächsten Tag machten wir uns ganz in den Süden der Insel auf, nach Pântano do Sul, ein verschlafenes Fischerdorf. Wieder kamen wir uns wie die einzigen Touristen vor, aber das hatte auch etwas sehr angenehmes. Da wir Hunger hatten, mussten wir einfach die Möglichkeit wahrnehmen den frischen Fisch zu probieren. Da wurde gleich mal ordentlich aufgestischt, sodass es natürlich viel zu viel war! Es gab Fisch, Salat, die berühmten schwarzen brasilianischen Bohnen, Suppe aus den Eingeweiden der Fische – eine Spezialität der Insel, Reis und Pommes Frites. Aber wie lecker, wirklich toll! Selten habe ich so gut gegessen. Natürlich war der Magen dann so voll, dass die anschliessende Wanderung hoch auf einen Berg zur Qual wurde. Es ging über Stock und Stein schön steil bergauf und ich wusste warum ich Wandern nicht gerade als mein Hobby bezeichnete… Aber es sollte sich lohnen, denn nur so konnten wir eine versteckte Bucht sehen, Lagoinha do Leste, die noch unberührter und ruhiger war. So wanderten wir also knappe 4 Stunden über felsiges Gelände auf und ab und sahen einiges in dieser Gegend, u.a. auch Geier und Surfer. Am letzten Tag fuhren wir an die Ostseite der Insel und hatten mal keine Lust auf Wandern. So relaxten wir einfach an einem Fischerort und den Dünen und räsonierten über das Leben. Am Abend mussten wir ja leider schon wieder weiter und so hiess es Abschied nehmen von diesem traumhaften Fleckchen Erde
Am Dienstagmorgen kam ich dann nach einer „kurzen“ zehnstündigen Fahrt in der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Paraná an. Ich hörte schon viel gutes über diese Stadt, die sehr modern ist und als die sauberste und modernste ganz Brasiliens gilt. Sie ist sicherlich bei weitem nicht so gross wie Sao Paulo mit seinen 20 Mio. Einwohnern, aber gemessen an der Einwohnerzahl immerhin auf Augenhöhe mit Hamburg. Im Vergleich zu Paraguay ist das ein anderes Universum. Alles wirkt wesentlich organisierter, sauberer, sicherer und professioneller. So besitzen sie z.B. ein modernes Bussytem, bei dem die Bushaltestellen von der Fahrbahn erhöhte Röhren sind, an die die Busse einfach nur andocken. Dadurch fällt das zeitaufwendige Kassieren im Bus weg, denn das erfolgt schon beim Betreten der Röhre und der Einstieg ist wesentlich leichter, da man nicht mehr hochsteigen muss, sondern nur noch in den Bus „reinlaufen“ muss. Alles in allem sehr durchdacht! Meinen Respekt! Darüberhinaus fahren die Busse mit umweltfreundlichen Ethanol und es stinkt nicht in den Strassen. Auch sah man den Menschen einen gewissen Wohlstand an, der mit Europa zu vergleichen ist. Sie fuhren keine klapprigen alten Karren, sondern moderne Mittelklassewagen und gelegentlich auch grössere. Die Stadt selbst war ganz nett anzuschauen, es gab nette Ecken und vor allem viele Parks. Eine kleine Altstadt, einen Botanischen Garten, die älteste Bundesuniversität Brasiliens und das aktuell modernste Stadion Südamerikas. Das ist doch schon was… Allerdings gab es wenig, was man vorher so noch nicht gesehen hatte. Deshalb fuhren wir am nächsten Tag gegen Mittag weiter nach Florianopolis oder genauer gesagt auf die Ilha (Insel) Santa Catarina im gleichnamigen Bundesstaat.
Nach Asunción ging es dann mit dem Bus am Samstag morgen weiter nach Ciudad del Este, wo wir von einem Fahrer des paraguayischen Tourismusministeriums schon erwartet wurden. Er führte uns zum Itaipú-Staudamm und -hydroelektrikkraftwerk. Der Staudamm war natürlich gewaltig anzuschauen, schließlich handelt es sich um den zweitgrößten der Erde! Leider habe ich die ganzen Zahlen schon wieder vergessen, aber es war beeindruckend. Die Wassermassen wurden gebändigt und nur ab und zu kam durch die Rückhaltemauern mal ein bisschen Wasser hindurchgespritzt. Nach der zweistündigen Fahrt durch und um den Staudamm herum ging es weiter zu einem Museum der Guaraní, jener indigenen Ureinwohner dieses Gebietes am Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay. Dort wurden Exponate aus dem Leben und der Kultur der Guaraní gezeigt. Man sah z.B. wie „nah“ dieses Volk an der Natur lebte, sozusagen im Einklang mit ihr. Heute ist davon nicht mehr allzuviel übrig geblieben, außer dass es in Paraguay zwei Amtssprachen gibt, nämlich zum einen Spanisch und zum anderen Guaraní. Jedoch können nur wenige Menschen diese Sprache wirklich noch fehlerfrei, der Großteil der Bevölkerung spricht eine Mischung aus beidem.
Am Abend machten wir uns dann zur brasilianischen Seite nach Foz do Iguacu auf und mussten dafür den 4000 km langen Fluß Paraná überqueren. Dies geschieht über eine „Brücke der Freundschaft“ zwischen beiden Ländern und ist völlig unkompliziert. Ein lustiges Gefühl einfach so zwischen den Ländern zu wandern, vor allem in der sogenannten „Dritten Welt“. Über diese Brücke wird auch ein riesiger Teil des Schmuggels abgewickelt, denn vor allem für die Brasilianer sind die Elektrogeräte in Ciudad del Este wirklich billig und es gibt nicht nur Ramsch. Manchmal ist wohl auch ein wirkliches Schnäppchen dabei
Am nächsten Tag starteten wir unseren „Angriff“ auf die brasilianische Seite der Wasserfälle und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus! Jeder meinte zuvor schon, dass es wirklich wunderschön sein würde und ich hatte mich ja auch schon mit ein paar Photos „vorbereitet“, aber es sah tatsächlich aus wie gemalt! Einfach traumhaft! Wir liefen den brasilianischen Teil in knapp 2 Stunden ab, ich machte unzählige Photos von der Landschaft und den possierlichen Tieren (u.a. Schmetterlinge). Ganz am Ende kamen wir zum „Garganta del Diablo“ – dem Teufelsschlund. Dort konnte man wirklich ganz nach ran an den Abgrund, wurde aber auch ordentlich durchnässt. Das dürfte man auch auf den Photos sehen! Überhaupt herrschte in der ganzen Gegend eine unheimliche Luftfeuchtigkeit und tropisches Klima, aber es war sehr angenehm, schließlich ist Winter…
Im Anschluss gings noch in einen Vogelpark, wo wir (handzahme) Tucan’s, Papageien, Leguane und andere seltsame Vögel besichtigten. Auf dem Nachhauseweg ging es mir dann nicht mehr so gut, ich hatte mir wohl den Magen verdorben, denn ich hatte Magenkrämpfe und Durchfall und fühlte mich dementsprechend nicht so gut. Also war der Tag schon sehr früh beendet und ich nahm ein paar Medikamente ein
.
Am nächsten Tag fühlte ich mich nicht gerade besser, wollte aber unbedingt noch die argentinische Seite, die noch spektakulärer sein sollte, sehen. So schleppte ich mich in den Bus und wir fuhren erstmal 1,5 h durch die Gegend bis wir angekommen waren. Dort gab es dann die Hiobsbotschaft, dass der argentinische Garganta del Diablo und eine nicht unbedeutende Insel wegen Hochwasser gesperrt waren und wir uns dementsprechend mit dem Rest begnügen mussten. War aber immernoch klasse und man kam in Argentinien noch eher an die Abgründe ran. Ursprünglich verweilt man auf dieser Seite so zwischen 6-8 h, aber da uns wichtige Attraktionen fehlten waren wir schon nach 4 h fertig. Meinem Magen konnte das nur Recht sein, ich fands eher ärgerlich! Am Abend machte ich mich dann weiter in die brasilianische „Muster-“Großstadt Curitiba auf.
Nuestra Señora Santa Maria de la Asunción – So der volle Name der Hauptstadt Paraguays. Klingt zuerst einmal sehr schön und ich war nach meiner Ankunft vor knapp 2 Wochen zwar zuerst ein bisschen geschockt von den ärmlichen Verhältnissen, aber es vermittelte auch einen liebenswürdigen Charme. (Fast) alles war ziemlich runtergekommen und man wurde als europäisch aussehender „Gringo“ von der einheimischen Bevölkerung sehr neugierig gemustert. Trotz allem oder gerade deswegen waren die Menschen sehr freundlich! Als ich allerdings am Sonntag einen Stadtbummel mit einer anderen Praktikantin der Kammer in Paraguay unternahm, besuchten wir auch die Gegend um das Parlament. Dort grenzen unter anderem die Armutsviertel der Stadt an… Wir liefen also nichts ahnend durch einen nett aussehenden Park und plötzlich hielt uns ein „Dieb“ gegen 17:00 eine Pistole vor die Brust und forderte die Handtasche der anderen Praktikantin. Das in einem Park direkt vor der Polizeistation, vor der schwer bewaffnete Polizisten patroullierten… Sie wollte ihm die Tasche schon bereitwillig überlassen, aber mutig und dumm wie ich war, habe ich sie nicht losgelassen. Ganz cleveres Manöver!!! Da die paraguayischen Diebe in dieser Beziehung wohl nicht zu Späßen aufgelegt sind, haben sie ein eher unruhigeres Händchen und neigen daher zum Abdrücken. Nun gut, unserer zum Glück nicht, puh! Ich ließ die Tasche jedenfalls nicht los, der Typ natürlich auch nicht und so zerrten wir hin und her und machten damit die umliegende Polizei auf uns aufmerksam. Zu allem Überfluss stürzte der Typ auch noch beim Versuch mit der Tasche loszukommen und so musste er wohl oder übel das Weite suchen, allerdings ohne Beute. 2 Polizisten stürmten ihm hinterher und schossen auch 3 Mal aus kurzer Distanz auf ihn, aber entweder erwischten sie ihn nicht oder sie hatten nur Platzpatronen. Er konnte sich retten und wir waren erstmal ordentlich geschockt. Auch die Woche über fühlte ich mich nicht übermäßig sicher und so war es ganz gut, dass ich auf der Arbeit immer gut von 07:30 – 17:30 zu tun hatte. Die Stadt selbst hatte auch nicht wirklich etwas zu bieten. Erwähnenswert ist allerdings, dass alle Paraguayer, die ich kennenlernte, sehr sehr nett waren. Außerdem erzählten mir die Menschen, dass früher fast keinerlei Kriminalität herrschte. Früher bedeutet in diesem Zusammenhang die Zeit unter der Diktatur General Alfredo Stroessner’s. Jener Sohn eines oberfränkischen Einwanderers putschte sich 1954 an die Macht und verweilte dort ganze 35 Jahre lang. Sein Regime unterdrückte und folterte Andersdenkende und knapp 2 Millionen der 6 Millionen Paraguayos gingen ins Exil. Jene Menschen, die sich aus der Politik raushielten, hatten angeblich keinerlei Probleme und es herrschte Ordnung auf den Straßen. Ich habe was Demokratie angeht schon immer meine Meinung gehabt, aber auf der anderen Seite wäre Sicherheit auch etwas feines…
Weiterhin haben wir von der Kammer über die ganze Woche ein Seminar organisiert und geleitet, was von inWEnt, der GTZ und anderen nahmhaften Sponsoren getragen wurde und an dem hochrangige Vertreter aus Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay teilnahmen. Bei dem Seminar ging es unter anderem um die Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der genannten Staaten und des Mercosur, dem südamerikanischen Pendants der EU. Man konnte nebenbei mal bei den Vorträgen reinhören, es sprachen auch Vertreter des Bundesrechnungshofes und der Bayrischen Steuerkammer, die sich über Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen, Umweltstrategien usw. drehten. Meist konnte man nur mit einem Ohr zu hören, aber wenn sie nur die Hälfte von dem umsetzen (können), was sie sich vorgenommen haben, dann könnte es dem Kontinent bald besser gehen. Ich habe da allerdings meine Zweifel…
… schee war’s!! Viel erlebt, auch unerfreuliche Sachen, aber alles ist ja nochmal gut gegangen
. Werde die nächsten Tage dann einiges an Berichten und Bildern reinstellen können, alles nur eine Frage der Zeit!
geht’s morgen… Die grössten Wasserfälle der Welt, die Cataratas del Iguazú, warten. Sie liegen in dem Dreiländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay und werden daher mein Tor zu weiteren Ausflügen bzw. Weiterfahrten in Brasilien sein. Auf dieses Highlight meines Aufenthalts hier in Südamerika habe ich mich schon über 4 Wochen gefreut! Ich bin also gespannt…
und ich mit dabei! Ja, das war gestern ein Fest! Im Rückspiel des Viertelfinals der Copa -Toyota- Libertadores traf der heimische Underdog Libertad auf das grosse Boca aus Buenos Aires vom verhassten argentinischen Nachbarn. Jenes Boca, das mit Riquelme, Martin Palermo und Palacio herausragende Offensivqualität besitzt und dessen grosser Sohn Diego „El diez“ Maradona ist. Im Hinspiel erkämpfte sich Libertad ein 1:1 auswärts in der Bombonera und so durften sie weiter auf den grossen Coup hoffen. Das Rückspiel wurde extra ins Nationalstadion Paraguays „Estadio Defensores del Chaco“ verlegt, damit auch 35.000 Zuschauer live dabei sein können, und die kamen dann auch. Dabei wundere ich mich, warum man das Stadion so nennen konnte, ist mir doch nicht klar, weshalb überhaupt jemand den Chaco erobern wollte, jene unwirtliche Gegend, die aus sumpfigen Grasland und tropischen Klima besteht. Sei’s drum. Wir kauften die billigsten Karten für den „Fanblock“, die kaum 3 Euro kosteten und machten uns etwa 1,5 h vor Spielbeginn auf den Weg. Am Stadion angekommen, war schon der Teufel los, überall stieg Rauch auf, Schwarzmarkthändler vertickten noch Karten und Essbares wurde feilgeboten. Die Kroenung waren aber Polizisten, die mit Pumpguns patrollierten. Wir liefen zu unserem Eingang, wo sich schon eine lange Schlange gebildet hatte und stellten uns sehr zurückhaltend an. Dabei bin ich als Fussball-Veteran natürlich erfahrener als meine Begleitung und so war ich nach geraumer Zeit, aber trotzdem schneller als die anderen und massiven Gedrängele an der ersten Ordner-Barriere vorbei. Bei der zweiten wurden dann die Karten kontrolliert und so war ich drin. Puh, ganz pünktlich zum Einlaufen der Heimmannschaft! Der Ultra-Block war schon gut gefüllt und ich schaute mir erstmal die Rauchbomben, Leutraketen und Riesen-Bänder in schwarz und weiss, den Farben Libertads, an. Da hatte man sich was einfallen lassen und ich war beeindruckt! Als ich dann wieder zum Eingangstor zurückging um nach den anderen zu sehen, musste ich feststellen, dass sie trotz gültiger Karten nicht mehr reingelassen wurden und ich nun das Spiel allein sehen musste. Na prima! Ich lief also zurück in den Block und stellte mich direkt neben die Trommler mit ihren riesigen „Instrumenten“, dazu gab es noch Trompeter, ein paar Einpeitscher und Jugendliche, die die ganze Zeit pokten. Die Stimmung war ganz gut, aber verflachte leider zusehends. Das lag am Spielverlauf und der ist schnell erzählt. In der ersten Halbzeit hielt Libertad noch gut mit, doch dann konnte ein Geniestreich von Riquelme den Bann brechen und danach verwandelte noch Palacio einen Eckstoss. Demzufolge ging es auch mit der Stimmung stetig bergab und es wurde klar, dass an dem Tag auch seeeehr viele Erfolgsfans im Stadion waren. Nichtsdestotrotz wars interessant!
ist eine andere Welt! Das kann man ohne Zweifel sagen. Die Fahrt hierher verlief ganz gut und ohne irgendwelche Schwierigkeiten, als wir dann aber die Grenze zu Paraguay passiert haben merkte man schon die ökonomischen Unterschiede. Die Stadt und ihr Umland wirkt schon deutlich ärmer und man hat tatsächlich das Gefühl, dass es unsicherer als Montevideo ist. Es geht aber. Die Menschen sehen weniger europäisch als z.b. in Montevideo und Buenos Aires aus und man fällt mit seinen blonden Haaren schon auf
. Ansonsten bekommt man viele neue ungewohnte Eindrücke und muss erstmal alles verarbeiten. Deshalb werde ich das auch erst später mehr dazu schreiben können. Heute musste ich tatsächlich von 7:30 bis 17:00 arbeiten und das wird wohl auch die ganze Woche so weitergehen, da wir ein Seminar organisiert haben und ich daran gleich mal als vollwertiges Mitglied eingespannt wurde. Sozusagen „ins kalte Wasser geworfen“. War aber ganz spannend. Eben etwas anderes zur Büroarbeit in Montevideo. Aber „Urlaub“ sieht sicher anders aus…
gehts morgen um 13:00 Ortszeit. Mit dem Bus durch halb Uruguay gondeln, dann über den Fluß Uruguay und damit die Grenze nach Argentinien und irgendwann dann wieder über die Grenze nach Paraguay. Die ganze Strecke sind so 1500 km und die Fahrt dauert dementsprechend 22 h… Und warum das ganze? Ich mache dort nen Austausch der Kammern von Uruguay und Paraguay, d.h. ein Praktikant aus Paraguay fährt auch für diese eine Woche nach Montevideo. Das dient dem interkulturellen Austausch und man hat die Möglichkeit auch nochmal ein anderes Land und andere Leute zu sehen. Wird bestimmt spannend, denn Asunción soll doch eine andere Welt sein… Später dazu mehr!
![]()
Oh man, heute „durften“ wir von der Kammer aus ein paar Wohnungsbesichtigungen durchführen. Eine ältere deutsche Dame, sie wohnt gerade in Asunción/ Paraguay, möchte umziehen nach Montevideo. Na klar, hier ist es nicht ganz so schwül wie dort und wir haben gleich den Ozean um die Ecke… Allerdings ist das kein ganz gewöhnlicher Umzug, denn sie scheint ordentlich Geld mitzubringen. Bisher wohnte sie in einem Haus mit 800 m2 und zusätzlichem Botanischen Garten. Allein!!! Ok, sie hatte noch Hauspersonal, aber sonst??!! Nun gut, jetzt will sie nicht mehr ganz so viel Platz, ist aber trotzdem bereit einiges Geld zu bewegen. Wir durften uns also heute mal drei luxuriöse Domizile hier in der Strandpromenade anschauen
. Alle hatten zwischen 200 – 250 m2 Fläche, mehrere Schlafzimmer und dazu die Bäder, Terrasse, Tiefgaragenplätze, Pförtner und Security am Eingang und meist riesige „Wohnzimmer“. Der Ausblick von der Terrasse war natürlich immer direkt auf das Wasser und es fehlte den Wohnungen an nichts… Zumindest für meinen Geschmack war alles da
.
Der Preis: eher lächerliche 2000 – 3000 $
![]()
kurzes Update: am nächsten Tag gings noch weiter und wir mussten erfahren, dass dies noch längst nicht das Ende der Fahnenstange war! Stattdessen sahen wir noch eine Wohnung mit einer Grundfläache von 300 m2 und einem Swimmingpool oben auf dem Dach…
Der Knüller war allerdings eine „Suite“ mit 400 m2 Wohnfläche und zusätzlichen 100 m2 Garten. Es gab 4 Bäder, das Interior war nur vom feinsten (alle verbauten Materialien waren importiert z.B. aus Italien), einen begehbaren Kleiderschrank mit ungefähr 12-15 m2 Grundfläche, 4 Autostellplätze, Überwachungskameras um das Haus, die neueste Technik wurde verbaut, selbst die Fensterläden wurden nur elektrisch bedient. Die Klimaanlage konnte separat für jeden Raum eingestellt werden und die Küche hatte den größten Kühlschrank, den man sich vorstellen kann. Alles in allem sagte uns der Makler, das es sich um die wahrscheinlich teuerste Mietwohnung in ganz Montevideo handeln würde. Der Preis waren dann mal eben 5000 $ plus Spesen pro Monat… Wer’s hat



Neueste Kommentare